Kann der Mensch eine Maschine bauen, die er nicht mehr beherrscht?
2026-10-31
Am 26. September 1983 geht in der Luftüberwachungsstation Serpuchow nahe
Moskau der Alarm los. Ein Computersystem meldet einen US-amerikanischen
Angriff mit Atomraketen. Innerhalb von Sekunden muss der diensthabende
Offizier und Ingenieur Stanislaw Petrow entscheiden, was zu tun ist: den
Angriff melden? Dann würde der Gegenschlag starten. Oder kann es sein,
dass die Technik irrt? Ein Fehlalarm? Petrow entscheidet sich für
Letzteres – und bewahrt die Welt vor einem Atomkrieg. Das Abwehrsystem
hatte, gestützt auf einen Satelliten und einen Computer, nicht richtig
funktioniert und eine Sonnenreflexion auf einem Silo in den USA als
Raketenstart gedeutet.
Was erzählt dieser Vorfall über das Verhältnis von Mensch und Maschine
in der Geschichte? Darüber haben wir für unsere neue Folge mit der
Technikhistorikerin Martina Heßler gesprochen. Sie ordnet für uns ein,
welche Hoffnungen und Ängste Menschen stets mit der Technik verbunden
haben – noch nie in der Geschichte gab es eine Maschine, die ohne Fehler
funktioniert hat. Wir sprechen auch darüber, was die Atomkraft mit der
künstlichen Intelligenz (KI) gemeinsam hat. Die Befürchtung wächst, dass
es angesichts der KI-Systeme, die sich selbstständig machen, bald zu
einem Tschernobyl-Moment kommen könnte.
Aber ist die KI überhaupt mit herkömmlichen Technologien zu vergleichen?
Kann der Mensch tatsächlich eine Maschine bauen, die er selbst nicht
mehr beherrscht? Markiert die KI eine technische Revolution, größer als
die der Dampfmaschine? Und wann ist es zu spät, aus einer Technik wieder
auszusteigen?
Darüber sprechen wir in der neuen Folge – und dies sind auch die Themen
unseres aktuellen ZEIT-Geschichte-Hefts »Wie Technik die Welt verändert.
Mensch oder Maschine: Wer hat die Macht?«. Sie bekommen es online im
ZEIT-Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie ein Abo
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Bücher, die wir empfehlen möchten:
- Martina Heßler: »Sisyphos im Maschinenraum. Eine Geschichte der
Fehlbarkeit von Mensch und Technologie«, C. H. Beck, München 2025
- Charles Perrow: »Normale Katastrophen. Die unvermeidbaren Risiken
der Großtechnik«, Campus Verlag, Frankfurt 1989
- Paul Virilio: »Geschwindigkeit und Politik. Ein Essay zur
Dromologie«, Merve Verlag, Berlin 1989
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